Zum Sicherheitsbericht 2021 des Polizeipräsidiums Mittelfranken erklärt die Nürnberger FDP-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der FDP-Nürnberg Katja Hessel:
„Der erneute Rückgang der gemeldeten Straftaten aus Nürnberg sowie die gesteigerte Aufklärungsquote sind positive Signale. Diese dürfen wegen der Corona-Lage im Jahre 2021 aber nicht überbewertet werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens beispielsweise Eigentums-, Diebstahls- und Straßenkriminalität zurückgehen.
Erschreckend ist der Anstieg von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung um 39,5 Prozent. Die starke Zunahme der gemeldeten Fälle von Kinderpornografie, dem sexuellen Missbrauch und von Vergewaltigungen, zeigt dringenden Handlungsbedarf. Alleine 157 Kinder wurden Opfer von Sexualstraftaten, so viele wie seit Jahren nicht mehr. Die tatsächlichen Opferzahlen dürften noch höher liegen, da viele Opfer sexuelle Übergriffe nicht zur Anzeige bringen.
Viele dieser abscheulichen Taten finden im familiären Umfeld statt. Durch die Corona-Einschränkungen fielen für die Opfer niederschwellige Anlaufstellen weg, an die sie sich im Alltag – etwa in der Schule oder am Arbeitsplatz – hätten wenden können. Jetzt ist wichtig, aus diesen Befunden die richtigen Erkenntnisse zu ziehen und den Kampf gegen sexuelle Gewalt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzugehen.
Die Stadt Nürnberg hat dazu in der Vergangenheit beispielsweise mit der koordinierenden Kinderschutzstelle und umfassender Online-Information über alle Anlaufstellen für Opfer von Missbrauch bereits wichtige Schritte unternommen. Um die Hemmschwelle bei Opfern von sexueller Gewalt zu senken, sich anderen anzuvertrauen, sollten weitere Maßnahmen angedacht werden.
Opfer von sexueller Gewalt sollten dafür niederschwellig besser darüber informiert werden, wo sie im Ernstfall schnelle Hilfe erhalten können. Denkbar sind hierfür sind weitere Informationskampagnen in den städtischen Schulen, aber auch im öffentlichen Raum. Darüber hinaus ist jeder von uns persönlich gefordert: Wer das Gefühl hat, dass jemand in seinem Umfeld von sexueller Gewalt betroffen ist, muss eingreifen.“