Zur Entscheidung des Nürnberger Stadtrats, einen Platz nach dem NSU-Opfer İsmail Yaşar zu benennen, erklärt die Nürnberger FDP-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen Katja Hessel:

„Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die Stadt Nürnberg einen Platz nach dem NSU-Opfer İsmail Yaşar benennen wird. Nachdem im September 2021 mit dem Enver-Şimşek-Platz einem weiteren Nürnberger Mordopfer des NSU ein öffentliches Gedenken gesetzt wurde, war dies folgerichtig. Es wäre wünschenswert, wenn zeitnah auch für das dritte Nürnberger Opfer Abdurrahim Özüdoğru eine vergleichbare öffentliche Sichtbarkeit angedacht wird. Auch nach ihm sollte eine Straße oder ein Platz in Nürnberg benannt werden. Denn es ist wichtig, dass die grausamen rassistischen Morde des NSU nicht aus der Wahrnehmung und dem Gedächtnis der Menschen verschwinden. Dafür ist die öffentliche Sichtbarkeit durch etwa die Benennung einzelner Straßen oder Plätze ein sinnvoller Schritt.

Zudem müssen wir die Bürger gegen rassistisches und menschenfeindliches Gedankengut besser sensibilisieren. Als Ampel-Koalition haben wir in unserem Koalitionsvertrag dafür beispielsweise die Unterstützung der Errichtung eines Erinnerungsortes sowie eines Dokumentationszentrums für die Opfer des NSU vereinbart. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Nürnberg der Standort dafür wird.

Darüber hinaus ist natürlich deutlich mehr nötig: Rechtsextremismus ist derzeit die größte Bedrohung unserer Demokratie. Daher bedarf es einer Gesamtstrategie auf nationaler und europäischer Ebene aus Prävention, Deradikalisierung und effektiver Gefahrenabwehr. Die Ampel-Regierung hat sich dazu ein ambitioniertes Maßnahmenpaket vorgenommen. Wir werden beispielweise die Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans gegen Rassismus und des Kabinettausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus anpassen und weiterentwickeln. Datenbanken in der EU wollen wir kompatibel ausgestalten, die Gefährder-Definitionen vereinheitlichen, deren Früherkennung forcieren und für eine koordinierte Überwachung sorgen.“