Mit Spritzenautomaten will FDP Nürnberg Zahl der Drogentoten verringern

Cornelia Gilch (Mudra), Katja Hessel MdB, Stadtrat Alexander Liebel

2017 war Nürnberg unter den TOP 3 der Drogentoten pro Einwohner. „Das ist kein hinnehmbarer Zustand. Zeit, zu handeln und nicht nur tatenlos zuzuschauen“, rüttelt Luiza Sydorova, Kommunale Spitzenkandidatin der Jungen Liberalen (JuLis) wach.

Daher hat die FDP gemeinsam mit dem mudra, der Alternativen Jugend- und Drogenhilfe Nürnberg e.V., verschiedene Konzepte erörtert, um die Zahl der Drogentoten zu senken. Herauskam, dass die Konsumenten sich bei der Dosis oft verschätzen und dadurch zu viel von der jeweiligen Dosis spritzen. Daher wäre eine Maßnahme, um Überdosen zu verringern, die Ausgabe von frischem Spritzbesteck mit unterschiedlichen Füllmengen durch die Drogenberatungsstellen. Gleichzeitig würde sich hierdurch die Infektionsgefahr der Konsumenten reduzieren, insbesondere das Risiko, sich an HIV anzustecken. Da die Beratungsstellen nicht permanent geöffnet sein können, sind derzeit im Stadtgebiet Nürnberg zwei Spritzenautomaten im Einsatz, die regelmäßig leergekauft sind.

„Ich finde die Idee des mudra e.V. sehr gut“, sagt der Nürnberger Stadtrat, Alexander Liebel. „Deshalb fordern wir die Stadt Nürnberg dazu auf, einen einmaligen Fördertopf in Höhe von 15.000 € bereitzustellen, damit weitere zehn Automaten aufgestellt werden können.“

Die Bundestagsabgeordnete Katja Hessel, sieht das Problem auf höherer Ebene: „Von Seiten der Staatsregierung verlaufen die Bemühungen zur Reduzierung der Drogenopfer im Sande. Mit ihrer Blockadehaltung gegenüber Drogenkonsumräumen und der Schaffung notwendiger gesetzlicher Rahmenbedingungen verhindert die Staatsregierung, dass diese Tragödien vermieden und Menschenleben gerettet werden.“ und ergänzt: „Jedes Leben zählt!“.

Um zügig zu helfen, schafft die FDP derweil Tatsachen: Neben dem Antrag an die Stadt, zehn weitere Spritzenautomaten zu installieren, hat die FDP Nürnberg einen Spender für einen Spritzenautomat gefunden. Der Automat, der vom mudra e.V. unterhalten wird, wurde in den vergangenen Tagen in der Nürnberger Entengasse installiert und nun eingeweiht. „Wir freuen uns sehr, dass damit unsere Arbeit unterstützt und wertgeschätzt wird. Unserem Ziel, das Angebot im ganzen Stadtgebiet zugänglich zu machen, sind wir damit einen kleinen Schritt näher“, so Norbert Wittmann, geschäftsführender Vorstand des mudra e.V..

Weitere Informationen:

  • Ein Spritzenautomat kostet ca. 1.500 €.
  • Die FDP Nürnberg fordert von der Stadt Nürnberg die Bereitstellung von einem einmaligen Fördertopf in Höhe von ca. 15.000€, um zehn Automaten inklusive einer installierten Entsorgungsmöglichkeit für gebrauchte Spritzen aufzustellen. Die Unterhaltung der Automaten würde von der mudra und anderen Trägern übernommen.
  • Die Automaten werden in einer Höhe angebracht, die kleinen Kindern die Nutzung des Automaten unmöglich macht.
  • Unter www.spritzenautomaten.de sind die Standorte der Automaten aufgelistet.

Kommentar des mudra e.V. zur Unterhaltung der Automaten:
Die Nürnberger Drogenhilfen (mudra, Lilith, Hängematte) bleiben jährlich auf Kosten für ausgegebene Spritzen in Höhe von ca. 15.000,- € sitzen: Der Stadtzuschuss beträgt jährlich rund 6000,- € für alle Träger; ausgegeben werden Spritzen im Wert von über 20.000,- €. Außerdem sind die Zeit und der Personalaufwand für die Wartung, Befüllung, Leerung etc. der Automaten nicht refinanziert. Die Anträge auf Erhöhung des Zuschusses für Spritzen wurden leider erneut abgelehnt.

Alan Canepa (Leiter AK Armut FDP Nürnberg), Alexander Liebel (FDP-Stadtrat in Nürnberg), Carina Brauer (mudra e.V.), Thomas Kraft (Straßenkreuzer e.V.), Katja Hessel MdB (Vorsitzende der FDP Nürnberg), Luiza Sydorova (Kommunale Spitzenkandidatin der Jungen Liberalen), Manfred Schmidt (Aidshilfe), Cornelia Gilch (Vorsitzende mudra e.V.), Roald Sokolovksis (Aidshilfe)

 

2019-07-04T18:03:24+00:00