Organspende: Lösung mit Selbstbestimmung

Im Rahmen der Debatte um die Organspende, die von Gesundheitsminister Jens Spahn neu entfacht wurde, meldet sich auch Katja Hessel, Bezirksvorsitzende der FDP Mittelfranken und Bundestagsabgeordnete zu Wort: „Die Zahlen sind erschreckend, weniger als 800 Menschen haben in Deutschland Organe zur Verfügung gestellt, obwohl damit Leben zu retten wäre! Darum fordert die FDP Mittelfranken eine Änderung des Transplantationsgesetzes, bei der jede volljährige Person bei der Beantragung eines Personalausweises oder Reisepasses eine Entscheidung zu treffen hat, ob sie Organ- und Gewebespender werden will.“
Die mittelfränkischen Freien Demokraten hatten auf dem letzten Bezirksparteitag beschlossen, dass sich die bayerische Staatsregierung auf Bundesebene und in Bayern für eine Anpassung des Melderechts derart zu ändern, dass jede volljährige Person bei jeder Neubeantragung des Ausweisdokumentes neu entscheiden soll, ob er Organe spenden möchte. Während der Gültigkeit des Ausweisdokumentes soll der Bürger seine Entscheidung jederzeit gegenüber der Meldebehörde ändern können. Die Abfrage soll durch technische Lösungen so ausgestaltet werden, dass eine geheime Entscheidung möglich ist. Des Weiteren soll der Organspendeausweis ein Teil des Ausweisdokumentes werden, in dem die Entscheidung dort maschinell auslesbar verarbeitet wird, so die Liberalen.
Die Bundestagsabgeordnete will sich für diesen Vorschlag auch in der Bundestagsfraktion einsetzen: „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass wir die Zahl der Organspender in Deutschland erhöhen. Wenn das ganze durch eine elektronische Möglichkeit der Entscheidungsabgabe ermöglicht wird, dann ist auch der Bundesbürger nicht in einer moralischen Erklärungspflicht gegenüber einem Beamten und kann frei nach seinem Gewissen entscheiden. Wenn er sich nicht entscheiden möchte, dann wird er automatisch kein Organspender. Dies steht damit also auch als Gegenentwurf zur Widerspruchslösung.“
2018-09-04T14:13:42+00:00