Einer der letzten lebenden Zeitzeugen der Nürnberger Prozesse, der Chefankläger Benjamin Ferencz, wird 101 Jahre alt. Anlässlich seines Geburtstages wurde im Memorium Nürnberger Prozesse vor dem Saal 600 eine Büste mit dem Porträt des US-Amerikaners eingeweiht.
Die Büste erinnert an sein früheres Wirken im Nürnberger Justizgebäude und die Ereignisse von historischer Bedeutung. Denn die Nürnberger Prozesse gelten als Wegbereiter für die UN-Kriegsverbrechertribunale sowie für den Internationalen Strafgerichtshof und haben erstmals gezeigt, dass es für einen Kernbestand von Verbrechen keine Immunität geben darf.
Gleichzeitig mahnt uns das Kunstwerk, dass sich die Deutsche Geschichte nicht wiederholen darf. Es ist besorgniserregend, dass die jüngsten Zahlen zu antisemitischen Vorfällen in Franken und Mittelfranken laut der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Bayern wieder steigen. Es kann und darf nicht sein, dass jüdisches Leben in Deutschland wieder bedroht wird. Hier müssen vor allem die Bundesländer endlich vermehrt tätig werden: Jedes Bundesland braucht einen hauptamtlichen Antisemitismusbeauftragten, der Ansprechpartner für unsere jüdischen Mitbürger ist und der die Bekämpfung des Antisemitismus mit organisiert.
Auch die antisemitischen und rechtsextremen Anschläge von Halle und Hanau sowie der Mord an Walter Lübcke müssen uns Mahnung sein. Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Rechtsextremismus haben keinen Platz in Deutschland. Alle Menschen, die in Deutschland leben, müssen sich sicher fühlen. Dafür kämpfen wir.
Rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2021 finden vom 15. bis 28. März 2021 die Nürnberger Wochen gegen Rassismus unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos.“ statt, bei denen zahlreiche Projekte zum Informieren, Vernetzen und Mitmachen aufrufen.
Programm Nürnberger Wochen gegen Rassismus
Video Einweihung Büste
Digitales Gespräch zwischen Benjamin Ferencz, Bjørn Skaarup, Künstler der Büste und Axel Fischer, Memorium Nürnberger Prozesse