Wer wieder ins Home-Office muss, soll steuerlich entlastet werden
Deutschland arbeitet bereits seit März im Homeoffice- Modus: Rund 55 Prozent der Deutschen befinden sich seit Frühjahr im Homeoffice. Etwa 35 Prozent davon ständig, rund 19 Prozent teilweise. Das macht sich im Haushalt bemerkbar: Der Strom- und Wasserverbrauch steigt, und die Kosten fürs Internet, Telefon und Drucker müssen die Beschäftigten ebenfalls selbst tragen. Steuerlich können bislang nur wenige ihr Home-Office absetzen – nämlich nur die, die ein Arbeitszimmer haben. Wer am Küchentisch arbeiten muss, oder nur eine Arbeitsecke hat, geht leer aus.
„Das ist ungerecht, dass die Beschäftigten die jetzt wieder zu Hause bleiben müssen, auch noch die Kosten tragen“, sagt die Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages, Katja Hessel, FDP-Fraktion. „Mit einer einfachen monatlichen Pauschale von 50 Euro könnte man diesen Zustand schnell und unbürokratisch beenden“.
Eine steuerliche Entlastung fürs Home-Office haben auch Steuer-Experten in der öffentlichen Anhörung des Deutschen Bundestages im Finanzausschuss am 26. Oktober 2020 gefordert. Unterstützt wird dieser Vorschlag sowohl von den Gewerkschaften wie auch von den Ländern Bayern und Hessen im Bundesrat.
Selbst der Staatshaushalt könnte unterm Strich entlastet werden: Denn wer Homeoffice-Pauschalen beantragt, kann keine Kosten für den Arbeitsweg ansetzen, profitiert also nicht von der Pendlerpauschale.
Damit eine entsprechende Gesetzesänderung ab 1. Januar 2021 wirksam werden könnte, müsste die Änderung bis zum 17. Dezember 2020 den Bundestag passieren.
(Zahlen Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation März 2020)