Mit einem neu eröffneten Forschungszentrum für Interreligiöse Diskurse an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg fördert der Freistaat Bayern mit rund 860.000 Euro den Austausch zwischen den Religionen und setzt so ein wichtiges Signal in der interreligiösen Annäherung und im Kampf gegen Hass, Hetze und Extremismus. Im Fokus der Forschung stehen die drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam sowie ihre Beziehungen zueinander.

Der Dialog zwischen den Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen ist für das friedliche und konstruktive Zusammenleben in unserer pluralistischen Gesellschaft unverzichtbar. Nur durch den Austausch sowie das gegenseitige Kennen und Verstehen der Bräuche und Gewohnheiten können wir religionsbezogener Diskriminierung und religiösem Extremismus wie zum Beispiel bei antisemitischen, islam-und christenfeindlichen Angriffen entgegenwirken. Als Freie Demokraten stehen wir für eine offene und tolerante Gesellschaft, denn Antisemitismus, Extremismus und Rassismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Eine Wiederholung der Deutschen Geschichte darf es nicht geben. Damit Integration gelingen kann, müssen Spannungen und Diskrepanzen abgebaut werden.

Es freut mich, dass mit dem BaFID ein herausragendes Leuchtturmprojekt an den Start geht, welches mit seiner Grundlagenforschung, seinen Dialogreihen sowie Angeboten im Internet und in den Sozialen Medien dazu beiträgt, ein friedliches Zusammenleben von Gläubigen unterschiedlicher Weltanschauungen zu schaffen. Ereignissen wie in Halle oder Hanau werden somit ein wichtiges Zeichen und eine klare Antwort entgegengesetzt.

In der Bayerischen Bildungspolitik fordern wir Freie Demokraten zudem, langfristig einen Dialogunterricht über Werte und Weltanschauungen anstelle von Unterricht getrennt nach Religionen einzurichten, um die Integration und das Verständnis unter den Religionen zu fördern. Der aktuell im Bayerischen Landtag diskutierte Gesetzentwurf zum Islamunterricht als Alternativangebot für die muslimischen Schüler geht dabei in die richtige Richtung, solange es konfessionell getrennten Religionsunterricht gibt, kann er aber nur ein erster Schritt sein.