2,7 Tonnen schwer und 3,60 Meter hoch ist das Betonfragment auf dem Nürnberger Hallplatz. Ein Stück der ehemaligen Berliner Mauer erinnert mitten in der Altstadt Nürnbergs an die Deutsch-Deutsche Geschichte und steht auf der Achse zwischen dem Denkmal für Flucht und Vertreibung sowie der Straße für Menschenrechte.

Nach 12 Jahren am Hallplatz will Nürnberg nun das Mauerteilstück nach Röthenbach versetzen. Die Nürnberger Bundestagsabgeordnete Katja Hessel dazu: „Es kann nicht sein, dass die Stadt der Menschenrechte dieses wichtige Relikt der Teilung Deutschlands nun in ein Wohngebiet verbannen will. Als Symbol und Mahnmal, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist, hat es einen Platz mitten in unserer Gesellschaft in der Innenstadt verdient – für Einheimische, Besucher und Touristen Nürnbergs gleichermaßen. Die Namenssymbiose zum neuen Ort – dem Platz der Deutschen Einheit – ist hier zu kurz gegriffen und konterkariert die ursprüngliche Intention des Mauersegments, im Bewusstsein der gesamten Bevölkerung zu bleiben. Zudem ist der Ferienausschuss als verkleinerte Version des Stadtrates definitiv nicht das richtige Gremium für diese weitreichende Entscheidung um unsere Erinnerungskultur. Nicht umsonst haben wir mit der Meistersingerhalle eine Corona-konforme Alternative für die Tagungen des gesamten Plenums im Stadtrat.“

Das Stück Berliner Mauer war eine Schenkung des Axel-Springer-Verlags im Jahr 2009. Normalerweise wäre das Mauersegment in der Landeshauptstadt München aufgestellt worden. Nürnberg bekam jedoch den Vorzug, da sich überdurchschnittlich viele Vertriebene und DDR-Flüchtlinge in der Stadt angesiedelt haben.

Die Nürnberger Liberalen, die wie keine andere Partei für Freiheit stehen, haben ihre Geschäftsstelle am Hallplatz, an dem nun ein Stück Erinnerungskultur verloren geht.